Rückblick: play10 – 3. Festival für kreatives Computerspielen

3 Tage Festival – Boote schwimmen in Milch, Computerspielfiguren knutschen, Halma schlägt Schach und das Festival tanzt.

Drei Tage lang war Potsdam Deutschlands Zentrum für Creative Gaming. In Workshops wurden Machinima-Filme produziert oder eigene Spiele entwickelt. Im Labor entstand das play10-Spiel, Experten gaben in Kurzinputs nützliche Tipps und die Exponate der Ausstellung wurden nicht nur bestaunt, sondern auch bespielt.

sims2_01Zwei Figuren aus dem Computerspiel SIMS sitzen knutschend auf dem Sofa und schwören sich ewige Liebe. Eine schöne Liebesgeschichte, wäre da nicht Christine, die Nebenbuhlerin. Am Schluss endet im live synchronisierten Film „Happy End“, den zwei Schülerinnen der Kurt-Schwitters-Oberschule in Berlin produzierten, dann doch noch alles dem Titel entsprechend.
„Es ist wie beim echten Filmemachen: es reicht nicht, eine Idee zu haben, du brauchst ein Drehbuch, ein Storyboard, musst Schauspieler casten und einer muss der Kameramann sein“ so eine Schülerin aus Berlin.
An einem anderen Tisch wird im Ego-Shooter getanzt. „Gar nicht so einfach, dass alle sich synchron bewegen, man muss sich sehr konzentrieren“, stellt ein Workshop-Teilnehmer fest. Zuletzt hat sich die Konzentration der 5 Berliner Schüler gelohnt: ihre Figuren tanzen eine abwechslungsreiche Choreografie in einem 3minütgen Videoclip!

Bei der spielbar.de Station hingegen konnte an der Wii in real time getanzt werden – und der Tanzfunke sprang so einige Male in die Bahnhofspassage über, wo man des Öfteren Passanten die Hüften schwingen sah.

Auch bei der Gamedesign Station wurde fleißig gearbeitet. In selbst entwickelten Spielen wurden Umweltkatastrophen abgewendet, Motorräder jagten nach Äpfeln und überhaupt wurde die Welt gerettet.
Zwei mal täglich konnte man in öffentliche Präsentationen die Ergebnisse des Tages bestaunen.

„Unser Ziel ist es, dass Jugendliche hinter Computerspiele schauen“, erklärt Jakob Kopczynski, einer der Initiatoren von Creative Gaming den Potsdamer Neuen Nachrichten. „Es geht nicht nur um das Konsumieren, sondern darum, zu verstehen, wie Games funktionieren und wie man sie ganz einfach selbst zusammensetzen kann.“
Im Rahmen der play10 nahmen wieder zahlreiche Schulklassen aus Berlin und Bran-denburg an den medienpädagogisch ausgerichteten Workshops teil. Die Ergebnisse waren beeindruckend, das Feedback durchweg positiv. Nach drei Jahren etabliert sich die Initiative Creative Gamig, Bedeutung und Wirkung ihrer Arbeit wird erkannt, wie bundesweite Einladungen von Schulen und Medienzentren beweisen.

Das Festival hatte aber neben den Workshops noch Einiges mehr zu bieten:
Die Ausstellung „It’s playtime“ präsentierte Exponate, die nicht nur bestaunt, sondern auch gespielt werden konnten. Renner war das „Milky Boat“ von Tobias Othmar Hermann, in dem sich reale und virtuelle Welten überlappen. Ein echtes kleines Boot schwimmt in einem mit echter Milch gefülltem Becken, auf welches das Computerspiel projiziert wird. Der Spieler muss versuchen, das reale Boot durch die virtuelle Realität zu steuern.

Kurzinputs gaben Impulse zu wichtigen Themen rund ums Creative Gaming wie Rech-tefragen, Kooperationen zwischen dem Theater und Games oder kreative Prozesse in der Entwicklung einer Spielercommunity.

t3_labor3 Tage lang konnte man außerdem ein seltsames Treiben beobachten: drei Laboranten in weißen Kitteln stapelten geheimnisvoll kleine weiße Kisten, hantierten mit blauen und roten Blättern und notierten sich fleißig Notizen auf Klemmbrettern. Am Ende präsentierten die 3 Medienkünstler das play10 Spiel „Ordnungswissenschaft“, in dem es darum geht, „nach streng bürokratischen Regeln“ Kistenstapel loszuwerden – analog und in Echtzeit.

Seitens der Stadt Potsdam wurde bereits zur Eröffnung die Wichtigkeit der Initiative Creative Gaming betont und man versprach Unterstützung bei der künftigen Kooperation mit Potsdamer Schulen. Das Festival erfreute sich in den Potsdamer Bahnhofspassagen 3 Tage lang eines großen Publikumszuspruchs aller Altersklassen.

Wir schauen vielen bundesweiten Cerative Gaming Workshops im nächsten Jahr entgegen und natürlich freuen wir und schon auf die play11!

Ergebnisse auf Youtube ansehen
Kodu-Spiele zum bearbeiten herunterladen (kostenloses Kodu erforderlich)

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.